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Bierforum, Heimbrauen für Anfänger und Fortgeschrittene
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Autor Thema: Hefe bei zu hoher Temperatur dazu gegeben. bitte um rat.  (Gelesen 1649 mal)
Knatter
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« am: August 11, 2011, 04:27:22 »

hallo zusammen.

habe da mal eine frage. ich war leider nicht ganz so geduldig und habe die hefe bei ca. 29 grad dazu gegeben.ich dachte dass das termometer kaputt ist da mein kompletter sud nach der hereingabe des kalten wassers 1std lang auf 28-29-30 grad stand.ich empfand dieses als sehr komisch und habe dann die hefe dazu gegeben und stark umgerührt. ich habe danach den deckel einen tag lang locker drauf liegen lassen und es bildete sich etwas schaum auf dem sud.ich bin momentan bei dem ersten tag wo der deckel komplett verschlossen ist. laut der anleitung soll ich nach 2 tagen das gärröhrchen mit der roten kappe verschließen.allerdings sind keinerlei anzeichen für eine gärung zu sehen. es sind zumindestens keine gase die durchs gärröhrchen entweichen.war die hereingabe der hefe zu früh?ich habe einen premium pilsener sud angesetzt.die temperatur für die hereingabe der hefe sollte 24 grad betragen. soll ich den ganzen brauvorgang normal weiter gehen oder kann ich den schon abbrechen? wäre lieb wenn mir einer helfen könnte.

schonmal danke


« Letzte Änderung: August 11, 2011, 04:51:38 von Knatter » Gespeichert
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« Antworten #1 am: August 11, 2011, 04:55:57 »

Das GANZE von Dir beschriebene Szenario erinnert in jedem Punkt an das meines ersten Pils.... und das ist ein gutes, lecker Bier geworden Zwinkernd

Folgendes:

In der Anleitung der Bierkits von Cooper´s steht, daß zwar die ideale Temperatur für das Einbringen der Hefe bei 24°C liegt, daß es aber wichtiger ist, die Hefe so früh wie möglich in die Würze zu bringen um Fremdorganismen keine Chance zu lassen.
Die Hautrisiko-Zone ist der Bereich zwischen 40°C und 20°C.
Die Hefe im allgemeinen ist ab ca. 32°C abwärts lebensfähig. Deshalb empfiehlt Coopers das Einbringen bei ca. 32°C. Die Hefe sei dann zunächst zwar nicht so vital und benötige Etwas länger um in Fahrt zu kommen, dafür verhindere man dadurch aber eventuelle Kontamination mit Fremdorganismen.
Diesbezüglich hast Du also Nichts falsch gemacht.

Was das von Dir beschriebene, augenscheinliche Fehlen der Aktvität betrifft.
Die Hauptgärung findet innerhalb der ersten 48 Stunden nach dem Einbringen der Hefe statt. Wenn Du während der ersten 24 Stunden den Deckel aber nur lose aufliegen läßt, entweicht die produzierte Kohlensäure ungebremst. Verschließt Du dann den Gäreimer nach 24 Stunden fest mit dem Deckel und setzt das Gärröhrchen ein, ist der agressive Teil der Hauptgärung schon Vergangenheit und das, was jetzt noch an Kohlensäure produziert wird, ist erheblich weniger.
Kommt dann noch dazu - wie bei meinem Gärröhrchen auch - daß die Dichtung in welcher das Röhrchen sitzt, nicht absolut dicht schließt, entweicht die Kohlensäure aufgrund des fehlenden Gegendruckes durch diese Undichtigkeit und nicht durch das Gärröhrchen wo ja ein Gegendruck durch das darin stehende Wasser besteht.

Ich habe den Teil der Brauanleitung bezüglich des zunächst nur lose aufgelegten Deckels bislang nur in der Brauanleitung von brauen.de gefunden. In allen anderen Quellen wird davon gesprochen, den Eimer so früh wie möglich fest zu verschließen um Kontamination aus der Luft zu vermeiden.
Ich persönlich habe auf Empfehlung eines befreundeten erfahrenen Hobbybrauers den Deckel bei meinem zweiten Bier (Irish Stout) unmittelbar nach dem Einbringen der Hefe fest verschlossen. Daß ich trotzdem Nichts vom Blubbern mitbekam, hat er mir mit ein Wenig Wasser als Undichtigkeit nachgewiesen. Er tropfte Wasser auf die Dichtung des Gärröhrchens und es waren sofort kleine Bläschen zu sehen.

Das bedeutet, daß Du wahrscheinlich Nichts falsch gemacht hast und die Hauptgärung nur nicht so heftig beobachtet hast, wie sie es in einem dichten, rechtzeitig geschlossenem System zu beobachten ist.
Solange Du sehen kannst, daß aus Deinem Bier immer wieder kleine Bläschen nach oben steigen, ist sicher gestellt, daß die Hefe arbeitet und Du auf dem Weg zu einem guten Bier bist.
« Letzte Änderung: August 11, 2011, 06:04:01 von TrashHunter » Gespeichert

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« Antworten #2 am: August 11, 2011, 05:05:57 »

danke schonmal für deine nachricht. da kann ich ja schonmal beruhigt sein. allerdings kann ich ja nicht sehen ob momentan kleine bläschen im bier aufsteigen da ich einen blickdichten weißen eimer habe. oder kann man den deckel einmal kurz abnehmen um dieses kurz zu kontrollieren?also soll ich deiner meinung ganz normal nach anleitung verfahren?

gruß
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« Antworten #3 am: August 11, 2011, 05:10:12 »

Bevor Dich Deine Nöte um den Schlaf bringen ^^ Mach kurz den Deckel auf und guck rein Zwinkernd Musst den Deckel ja nicht 3 Minuten offen lassen. Die Bläschen erkennst Du sofort. UND gaaanz wichtig, Du riechst es. Beim Ansetzen hat das Ganze noch sehr malzig gerochen, jetzt dürfte es alkoholisch und nach Gärung riechen.
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« Antworten #4 am: August 11, 2011, 05:20:23 »

also ich hab eben mal geöffnet und es sind auf der oberfläche luftblasen zu erkennen und es riecht auch schon sehr nach bier und leichter gärung. aber das luftbläschen aufsteigen ist nicht zu erkennen.es befinden sich auch kleine art placken auf der oberfläche. ist das normal?danke schonmal für die schnellen antworten
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« Antworten #5 am: August 11, 2011, 05:47:39 »

Passt, sah bei meinem ersten Pils auch so aus. Gärgeruch ist da und das ist wichtig. Du kannst ja auf Nummer sicher gehen und den Gäreimer bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann dürfte die Gärung wieder ein wenig in Schwung kommen. Wenn Du eine Bierspindel hast, verlass Dich auf diese. Check täglich kurz die Dichte. Ich bin überzeugt, Du wirst feststellen, daß die fällt. Und wenn die Dichte dann die Zieldichte erreicht hat, laß es noch einen Tag weiter gären und dann fang mit dem Abfüllen an.

Und ein eben noch über die Schulter zugeworfener Tip.

Wenn es tatsächlich zum absoluten Stillstand kommt, nimm 3 Gramm Trockenhefe - in jedem Lebensmittelmarkt in der Backmittelabteilung zu erhalten - und rühr die in das Jungbier. Dann musst Du allerdings 2 zusätzliche Tage einplanen, weil Du den ganzen Bodensatz aufwirbelst und die frische Hefe ja von vorne anfängt. Beim Umfüllen wirst Du dann entsprechend mehr Bodensatz aus toter Hefe am Eimerboden finden. Das dürfte allerdings nicht notwendig werden. Mach das wirklich nur, wenn Du zwei Tage lang keine Veränderung in der Dichte messen kannst und die Zieldichte noch nicht erreicht ist.

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« Antworten #6 am: August 11, 2011, 05:56:51 »

Noch ein cooler Tip der mich eben erreichte:

Du hast keine Bierspindel (Hydrometer)... willst aber wissen, ob sich Etwas tut ?
Mit dem nachfolgenden Verfahren kannst Du zwar die Dichte nicht messen, aber Du kannst erkennen, ob sich Etwas verändert.

Nimm einen Kunststoffbehälte - zB. eine kleine Plastikflasche - und fülle in diese Wasser bis sie halb voll ist. Verschließe sie so fest wie es geht.
Jetzt setz die Flasche in das Bier und merke Dir möglichst genau, wie tief sie in den Sud einsinkt.
Ändere Nichts am Inhalt der Flasche. Also sauber machen und zur Seite stellen.
Am nächsten Tag nimm wieder die Flasche und setze sie in das Bier.
Sinkt sie tiefer ein, ist die Dichte im Bier gefallen, die Gärung also fortgeschritten.

Simpel aber effektiv um festzustellen, ob sich überhaupt Etwas tut.

Natürlich solltest Du die Flasche vor dem Einbringen in das Bier von außen gründlichst reinigen.

Ein klassiches Thermometer erfüllt übrigens auch den selben Zweck. Aufgrund des Gewichtes im Unteren Ende sinkt es zwar ein, aber da es üblicherweise mit Luft gefüllt ist, versinkt es nicht ganz und damit hast Du eine schöne Skala um zu erkennen, ob es an den Folgetagen weiter einsinkt.
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« Antworten #7 am: August 11, 2011, 07:33:14 »

ein hydrometer habe ich. also einfach mit dem hahn was ablassen und messen und danach wieder in den behälter geben oder? in der anleitung steht ich soll nach dem 7-8 tag einmal messen und einen wert von 1014 haben. falls nicht soll ich noch einen tag stehen lassen und dann nochmal messen. falls der wert erreicht ist kann ich das bier abfüllen.
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« Antworten #8 am: August 11, 2011, 09:21:12 »

Wenn Du Etwas durch den Hahn ablässt, bleibt immer Etwas im Auslauf des Hahns stehen und kann am Ende wenn Du umfüllst das ganze Bier verhunzen. Müsstes also jedes Mal den Hahn ausspülen. Geht aber ned weil er ja den Eimer abdichtet.

Entweder misst Du jeden Tag einmal direkt im Eimer,

oder Du schöpfst einmalig soviel raus, wie Du für den Messzylinder benötigst und läßt das dann im Zylinder stehen. Da sich das Bier im Eimer und Zylinder paralell zueinander entwickeln, kanst Du den Inhalt des Messzylinders durchaus als Referenz nehmen.

Guck mal da: http://www.heimbrauforum.de/vorstellungsrunde/biertrinker-aus-leidenschaft-der-trashhunter/msg604/#msg604

Das was dann die ganzen Tage im Zylinder war, würde ich aber nicht unbedingt wieder am Ende zum Bier geben.
« Letzte Änderung: August 11, 2011, 09:24:35 von TrashHunter » Gespeichert

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« Antworten #9 am: August 11, 2011, 10:56:56 »

ok super das du mir geholfen hast. deine tipps hab ich mir gleich alle aufgeschrieben. jetzt kann ich nur noch hoffen das ich den rest hinbekomme mit dem nachwürzen und das es auch am nächsten dienstag den wert im hydrometer erreicht hat.wenigstens lerne ich so geduldiger zu werden.

allerdings habe ich da noch eine andere frage. ich hoffe du kannst mir auch dabei helfen. du scheinst mir sehr viel ahnung zu haben. kann man eifgentlich auch hopfen vom wegesrand ernten und dann irgendwie zu bier verarbeiten?wir haben nämlich bei uns in einem sehr abgelegenem waldweg eine unmenge an hopfen der in mir jedes mal wenn ich dort lang gehe das herz höher schlagen lässt und ich mir jedes mal denke das man daraus doch bier machen könnte. aber nur wie?!

aber schonmal recht herzlich danke für die hilfe und die tipps.ichwerde dir aufjedenfall berichten ob das bier etwas geworden ist.
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« Antworten #10 am: August 11, 2011, 11:08:10 »

ich habe allerdings auch noch einen fehler gefunden. mein fehler war das thermometer innen vom eimer zu befestigen. allerdings wurde mir dieses so laut anleitung vorgeschrieben.was aber rein logisch echt dumm gewesen ist.ist es möglich das dadurch auch die temperatur höher war als hätte ich das thermometer von außen angebracht?

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« Antworten #11 am: August 11, 2011, 11:11:46 »

Danke für das "Kompliment" Smiley
Tatsache ist, ich bin noch nicht sehr viel länger als Du beim Selberbrauen ^^ Mein erstes Pils habe ich am 17.Juli angesetzt.
Aber ich bin einer von denen, die sich in solchen Sachen festbeißen und anfangen Fragen zustellen und Wissen zu saugen und dies auch möglichst zeitnah in Erfahrung umzusetzen.
Ich habe also die Erfahrungen mit dem ersten Pils (hatte ja gesagt, sehr ähnliche Situation wie bei Dir) sofort verwertet und nach Optimierungsmöglichkeiten gesucht.
Während dieser Suche habe ich Unmengen an Material im Internet und gedruckten Werken konsumiert und gegeneinander abgewogen und analysiert. Das Sahnehäubchen ist dann ein Kumpel, welcher schon seit annährend 10 Jahren selber braut.

Was den Hopfen betrifft. Was ich hier lese, legt nahe, daß Du - wenn Niemand Etwas dagegen hast, diesen Hopfen durchaus auch zum Brauen verwenden können solltest.
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« Antworten #12 am: August 11, 2011, 11:17:37 »

Du hast das Thermometer innen am oberen Rand des Braueimers angebracht ?
Reden wir von so einem selbstklebendem schwarzen Kristallthermometer ?
Dann ist das ein wirklich dummer Fehler in der Anleitung.
Der Temperaturunterschied dürfte allerdings nicht so wirklich groß gewesen sein. Allenfalls ein oder zwei Grad weil das Thermometer wenn es innen an der Wandklebt, ja unmittelbar über dem ausdünstenden Sud ist.
Eigentlich sollte das Thermometer ungefähr 10cm oberhalb des Bodens auf die Außenseite geklebt werden um eine realistische Anzeige zu bekommen. Und das ist auch logisch, da der Sud in der Tiefe des Eimers eine höhere Temperatur als an der Oberfläche hat. (Simple Physik, Druck etc.)
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« Antworten #13 am: August 11, 2011, 11:24:56 »

ja ich habe das schwarze kristallthermometer innerhalb des eimers auf ca. 10 cm geklebt. was echt dämlich im nachinein war. aber nun gut. werde das nach dem brauvorgang ablösen und umkleben.

eine frage hätte ich noch. habe den sud momentan ja im eimer mit dem ablasshahn. kann ich nach den 8 tagen und dem hoffentlich richtigem wert im hydrometer das bier einfach so in die flaschen abfüllen? eigentlich ja nicht oder? denn unten befinden sich ja die reste oder? was so viel bedeutert wie das ich die stückchen beim abfüllen ja mit in die flasche spülen würde oder? also muss ich das doch einmal in den anderen eimer kippen und den eimer mit dem hahn reinigen um dann das bier wieder zurück zu kippen um dieses dann abzufüllen oder? sonst bekomme ich ja kein reines klars bier.

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« Antworten #14 am: August 11, 2011, 11:27:30 »

weisst du woran ich erkenne ob es weiblicher oder männlicher hopfen ist? habe das laut dem bericht so verstandendas man nur weiblichen hopfen nehmen kann. wher weiss ich welcher hopfen obergärich und welcher untergärich ist?
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