Das ist ein ewiges Thema, das klare reine Bier. Weil wir es durch das Industreibier so gewohnt sind

Fakt ist, wenn Du direkt abfüllst, bekommst Du im Jungbier schwimmende Schwebstoffe und durch den Sog auch Etwas vom Bodensediment mit ins Bier. Und bei den letzten Flaschen wird das sogar noch ein Wenig mehr weil Du den Eimer leicht ankippen werden wirst um wirklich das ganze Bier aus dem Eimer zu holen. Unterhalb des Zapfhahnes steht tatsächlich noch gut ein Liter Bier.
Das schadet NICHTS, es ist lediglich eine Frage der Optik. Viele Brauer bevorzugen sogar das Naturtrübe weil es Inhaltstoffe enthält, welche durch Filtern entzogen werden und sich auch auf das Aroma auswirken.
In meinem Vorstellungsthread gehe ich auf diese Thematik ein weil mein aktueller Ansatz ein Irish Stout ist und da wäre es mir auch lieber, keine Trübung, sondern ein sattes Schwarz im Glas zu haben. Deshalb werde ich das Stout vor dem Abfüllen nochmals umfüllen und den letzten Liter sogar filtern.
Im Verlauf der Nachgärung in der Flasche wird sich sowieso wieder eine Ablagerung in der Flasche bilden, da ja noch lebende Hefe im Jungbier ist, welche die Nachwürze in Alkohol und Kohlensäure, sowie Reststoffe (jeweils zu einem Drittel) umsetzt.
Durch das Umfüllen - sehr vorsichtig - und eventuelles Filtern kannst Du also bei einem Heimbraubier die letztlich vorhandene Trübung lediglich reduzieren. Eventuell sogar nahe Null. Aber ganz wird es niemals gehen.
Industriel gefertigte Biere sind wenn sie in die Flasche kommen, schon nahezu ausgegoren und wiederholt gefiltert. Um zum Beispiel ein naturtrübes Hefeweizen zu bekommen, wird dem Bier in der Flasche vor dem Verkorken extra wieder eine gewisse Menge des Hefesedimentes aus den Filteranlagen zugefügt weil die industriellen Filter Nichts mehr übrig lassen. Ein Naturtrübes Bier aus industrieller Produktion ist also mit absicht nachträglich eingetrübt.
Es ist also letztlich nur die Frage ob Du der Optik wegen den Aufwand treibst und den Verlust von Aromen im naturtrüben Selbstgebrauten in Kauf nimmst. Schädlich sind die Ablagerungen zumindest nicht und sie sind auch kein Qualitätsmangel, für Bierkenner eher sogar noch eine Bereicherung des Geschmacks und des Aromas.
Wiederholtes Umfüllen und Filtern hat auf jeden Fall einen unbestreitbaren Nachteil. Das Jungbier kommt verstärkt mit Luft in Berührung und dadurch oxidiert es und das widerum wirkt sich auf die Haltbarkeit und den Geschmack aus.
Und zu Deiner letzten Frage bezüglich des Hopfens:
Ob die Dolden männlich oder weiblich sind, erfährst Du am besten durch einen Bildvergleich. Besorg Dir also ein Buch oder Bild auf dem die beiden Geschlechter abgebildet sind und guck Dir dann den Hopfen an.
Und obergärigen, bzw. untergärigen Hopfen gibt es nicht. Diese Begriffe betreffen ausschließlich die Hefe.Beim Hopfen wird lediglich zwischen verschiedenen Typen in Bitterhopfen und Aromahopfen unterschieden. Woran diese Unterschiede aber festgemacht werden ist mir noch nicht so ganz klar. Fakt ist, der Hopfen ist für die Würze des Bieres, für die Bitterkeit, das Aroma und durch seine Säure für die antibakterielle Absicherung verantwortlich.