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Bierforum, Heimbrauen für Anfänger und Fortgeschrittene
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Autor Thema: Hefe bei zu hoher Temperatur dazu gegeben. bitte um rat.  (Gelesen 1649 mal)
TrashHunter
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« Antworten #15 am: August 11, 2011, 11:45:29 »

Das ist ein ewiges Thema, das klare reine Bier. Weil wir es durch das Industreibier so gewohnt sind Smiley
Fakt ist, wenn Du direkt abfüllst, bekommst Du im Jungbier schwimmende Schwebstoffe und durch den Sog auch Etwas vom Bodensediment mit ins Bier. Und bei den letzten Flaschen wird das sogar noch ein Wenig mehr weil Du den Eimer leicht ankippen werden wirst um wirklich das ganze Bier aus dem Eimer zu holen. Unterhalb des Zapfhahnes steht tatsächlich noch gut ein Liter Bier.
Das schadet NICHTS, es ist lediglich eine Frage der Optik. Viele Brauer bevorzugen sogar das Naturtrübe weil es Inhaltstoffe enthält, welche durch Filtern entzogen werden und sich auch auf das Aroma auswirken.

In meinem Vorstellungsthread gehe ich auf diese Thematik ein weil mein aktueller Ansatz ein Irish Stout ist und da wäre es mir auch lieber, keine Trübung, sondern ein sattes Schwarz im Glas zu haben. Deshalb werde ich das Stout vor dem Abfüllen nochmals umfüllen und den letzten Liter sogar filtern.

Im Verlauf der Nachgärung in der Flasche wird sich sowieso wieder eine Ablagerung in der Flasche bilden, da ja noch lebende Hefe im Jungbier ist, welche die Nachwürze in Alkohol und Kohlensäure, sowie Reststoffe (jeweils zu einem Drittel) umsetzt.

Durch das Umfüllen - sehr vorsichtig - und eventuelles Filtern kannst Du also bei einem Heimbraubier die letztlich vorhandene Trübung lediglich reduzieren.  Eventuell sogar nahe Null. Aber ganz wird es niemals gehen.

Industriel gefertigte Biere sind wenn sie in die Flasche kommen, schon nahezu ausgegoren und wiederholt gefiltert. Um zum Beispiel ein naturtrübes Hefeweizen zu bekommen, wird dem Bier in der Flasche vor dem Verkorken extra wieder eine gewisse Menge des Hefesedimentes aus den Filteranlagen zugefügt weil die industriellen Filter Nichts mehr übrig lassen. Ein Naturtrübes Bier aus industrieller Produktion ist also mit absicht nachträglich eingetrübt.

Es ist also letztlich nur die Frage ob Du der Optik wegen den Aufwand treibst und den Verlust von Aromen im naturtrüben Selbstgebrauten in Kauf nimmst. Schädlich sind die Ablagerungen zumindest nicht und sie sind auch kein Qualitätsmangel, für Bierkenner eher sogar noch eine Bereicherung des Geschmacks und des Aromas.

Wiederholtes Umfüllen und Filtern hat auf jeden Fall einen unbestreitbaren Nachteil. Das Jungbier kommt verstärkt mit Luft in Berührung und dadurch oxidiert es und das widerum wirkt sich auf die Haltbarkeit und den Geschmack aus.

Und zu Deiner letzten Frage bezüglich des Hopfens:
Ob die Dolden männlich oder weiblich sind, erfährst Du am besten durch einen Bildvergleich. Besorg Dir also ein Buch oder Bild auf dem die beiden Geschlechter abgebildet sind und guck Dir dann den Hopfen an.

Und obergärigen, bzw. untergärigen Hopfen gibt es nicht. Diese Begriffe betreffen ausschließlich die Hefe.

Beim Hopfen wird lediglich zwischen verschiedenen Typen in Bitterhopfen und Aromahopfen unterschieden. Woran diese Unterschiede aber festgemacht werden ist mir noch nicht so ganz klar. Fakt ist, der Hopfen ist für die Würze des Bieres, für die Bitterkeit, das Aroma und durch seine Säure für die antibakterielle Absicherung verantwortlich.
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« Antworten #16 am: August 12, 2011, 12:23:50 »

super damit hast du mir mal wieder echt weiter geholfen. werde mein bier so wie es aussieht dann nicht filtern. allerdings ist mir nicht ganz der unterschied zwischen unter und obergäriger hefe klar. wann muss ich welche benutzen. kann dazu im netz nichts finden. wenn ich jetzt hefe ernte und verarbeite wüsste ich jetzt nicht ob ich unter oder obergärige hefe nehmen soll. welchen zweck haben diese verschiedenen?

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« Antworten #17 am: August 12, 2011, 02:27:25 »

Zum Thema obergärig / untergärig siehe Hier
Da siehst Du, welche Hefe für welchen Biertyp verwendet wird.

Zum Thema Hefe selber, siehe Hier

Wenn Du selber mit Malzextrakten und Hopfen Würze kochen und verhopfen willst, solltest Du Dir kurzerhand eines der unzähligen im Netz erhältlichen Bierrezepte aussuchen und danach die Zutaten Malzextrakt, Hopfen und Hefe auswählen. Denn in den Rezepten ist üblicherweise auch angegeben, welche Hefe man verwendet.

Blindlings drauf los brauen würde ich als Einsteiger sicher nicht. Gib mal in Deine Suchmaschine die Worte Rezept + Bier ein. Du wirst mit den Ohren schlackern  Grinsend
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« Antworten #18 am: August 12, 2011, 07:21:20 »

hab eben mal was vom sud abgenommen und im zylinder gemessen und hatte einen wert von 1020. ist glaube ich ganz gut.
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« Antworten #19 am: August 12, 2011, 10:27:36 »

Na siehste Smiley Nur Mut und Zuversicht, das wird schon.

Das was ich bis jetzt gelesen und gehört habe, besagt daß Du es eigentlich garnicht verhuntzen kannst, wenn Du

sauber arbeitest und

die Hefe nicht oberhalb von 32° einbringst.

Ist die Würze einmal fertig, auf der richtigen Temperatur und die Hefe drin, wird das Ganze zum Selbstläufer.
Erst beim Abfüllen wird es dann wieder für kurze Zeit Etwas kritisch.

Flaschen und Kronkorken richtig sauber ?
Trockenmalz-Wasser-Lösung richtig angesetzt ? (siehe Hier)
Arbeitsgerät richtig sauber ?

Ist das Jungbier erst mal in den Flaschen und sind diese verkorkt, kannst Du Dich wieder entspannen.

Wirklich verhunzen kannst Du ein Bier nur durch Unsauberkeit und grobe Fehler beim Maischen oder Würze kochen. Aber Fehler beim Maischen oder Würzekochen laufen letztlich nur darauf hinaus, daß das Bier nicht so schmeckt und aussieht, wie Du erwartet hast. Und weil es so viele verschiedene Geschmäcker gibt, hast Du selbst dann, wenn Dein Bier Dir absolut nicht schmeckt noch immer die Möglichkeit, Jemand Anderes damit glücklich zu machen. Oder gib´s in eine Brennerei und laß Dir nen Likör oder Schnaps draus machen. (Whiskey ist destilierte Bierwürze)

Der schlimmste Feind ist und bleibt die Vergiftung durch Bakterien und Rückstände in den Behältern und Flaschen, die mit der Würze oder dem Bier in Berührung kommen.


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« Antworten #20 am: August 12, 2011, 01:29:27 »

verstehe das nicht so ganz mit deiner rechnung. bei mir steht ich soll 100g trockenmalz in 100ml auflösen und dann 5ml in die flasche geben. wieviel muss mich denn laut deiner rechnung dazugeben?wieviel sud gebe ich eingentlich in die flasche? bis 2 cm unter die flaschenöffnung?
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« Antworten #21 am: August 12, 2011, 02:03:43 »

100gramm + 100ml ergeben eine Lösung von 180 ml. Logisch weil der Trockenmalz ja auch ein VOLUMEN hat. richtig ?

10 Liter sind 20 Flaschen a 0,5 L

Pro Flasche also 180ml / 20 = 9ml und diese 9ml enthalten zwangsläufig 5gramm Trockenmalz.
Es geht doch um die 5gramm und die bekommst Du nur, wenn Du die 9ml nimmst. Nimmst Du nur 5ml hast Du etas mehr als 2,5gramm und das ist zu wenig. Die Anleitung ist in diesem Punkt falsch. Deshalb habe ich ja den betreffenden Thread aufgemacht Smiley

WICHTIG: Trockenmalz nicht einrühren ins Wasser weil es Klümpchen gibt. ABER unbedingt nachdem der Trockenmalz sich aufgelöst hat, die Lösung gut durchrühren um den TM gleichmässig im Wasser zu verteilen.

Simple Rechnung, oder ?

Füllmenge der Flasche mit Sud ungefähr 2cm unterhalb des Wulstes WÄHREND das Füllröhrchen drin steckt.
« Letzte Änderung: August 12, 2011, 06:47:19 von TrashHunter » Gespeichert

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« Antworten #22 am: August 15, 2011, 04:46:16 »

Hallo,

beim Hopfen wird nicht zwischen obergärig und untergärig unterschieden. Das macht man nur bei der Hefe. Dort entscheidet sich die Wahl der Hefe nach dem Rezept.

LG Doreen
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« Antworten #23 am: August 16, 2011, 09:25:21 »

habe heute am letzten 8 tag immernoch einen wert von 1020!!! was tun? oder kann man den sud trotzdem abfüllen?
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« Antworten #24 am: August 16, 2011, 10:02:29 »

Steigen denn noch Bläschen im Jungbier auf oder ist es zur Ruhe gekommen. ?

Hast Du sicher bei 20°Celsius gemessen ?

Falls nicht, stimmt das Ergebnis nicht.
Hier bekommst Du ein kleines, aber pfiffiges Programm, welches Dir das Meßergebnis anderer Temperaturen umrechnet. (Wird nur herunter geladen, nicht installiert und ist sofort lauffähig. Leg´s am Besten auf den Desktop)

Füll den Meßzylinder und schütte aus dem Meßzylinder in ein Glas und zurück in den Zylinder um Kohlensäure auszulösen.
Jetzt miss die Temperatur im Jungbier und notiere sie.
Dann setz die Bierspindel mit einer drehenden Bewegung (wie einen Kreisel) in das Bier, so wird der Auftrieb durch Kohlensäurebläschen reduziert.

Wenn die Spindel zur Ruhe gekommen ist, Wert ablesen, Temperatur und Wert in das kleine Programm eingeben und Du hast den echten Wert.

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