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Autor Thema: zum thema filtration  (Gelesen 521 mal)
hessen-henner
Brau-Anfänger
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« am: August 10, 2011, 08:02:06 »

hallo

ich hab vor zwei jahren schon mal bier gebraut, das war so halb gelungen.
damals haben wir mit zucker nachgewürzt, dieses mal will ich auf jeden fall
mit trockenmalz nachwürzen.

aber meine eigentliche frage ist :

das letzte mal war das bier "naturtrüb" ich würde das gerne so hell haben wie gekauftes, filtriertes pils.
mein malzextrakt ist dieses mal ebenfalls ein pils.
muss ich dann beim abfüllvorgang in die flaschen das bier durch einen trichter
mit filterpapier laufen lassen und damit ist die sache dann geritzt ?
bei meiner recherche hier im forum, hat sich das bisher so angehört,
als ob man bei dem o.g. filtervorgang nur verhindert das übermäßig
viel hefe in die flaschen kommt.

mit hessischen grüßen !
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TrashHunter
Fotgeschrittener Brauer
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« Antworten #1 am: August 10, 2011, 10:08:55 »

Die Trübung kommt von der toten Hefe und den Nebenstoffen des Gärprozesses. Wenn Du die ausfilterst, wird das Bier klarer. Schau Dir das Selbstgebraute in der Flasche mal an. Oben ist es klar und sauber, Hefe und Restpartikel liegen am Flaschenboden. Erst wenn Du es in das Glas gießt, wird der Bodensatz wieder aufgewirbelt und das Bier durch die extrem feinen Partikel wieder getrübt.
Die lebende Hefe ist also weniger das Problem. Die brauchst Du sogar um durch das Nachwürzen noch hinreichend Kohlensäure in der Flasche zu erzeugen. Problem ist die tote im Jungbier schwimmende Hefe und die Nebenprodukte.

Also kann Filtern nur gut sein. Denn beim Filtern geht die lebende Hefe offensichtlich noch durch, die tote und die Restpartikel aber bleiben im Filter als Schlamm hängen.

Filtern während des Abfüllens würde ich allerdings weniger empfehlen, weil wenn Du das Bier für jede Flasche einzeln durch den Filter laufen läßt, ist die Zeit, die es Kontakt mit der Luft hat, zu groß und es kommt zur Oxidation. Deshalb benutzt man ja auch ein Abfüllröhrchen mit dessen Hilfe die Flasche von unten her befüllt wird. Das Verfahren verhindert übermäßigen Kontakt des Bieres beim Abfüllen mit der Umgebungsluft.

Ich empfehle daher das, was mir empfohlen wurde und was ich jetzt dieser Tage mit meinem Irish Stout mache. (Siehe auch dort: http://www.heimbrauforum.de/vorstellungsrunde/biertrinker-aus-leidenschaft-der-trashhunter/msg603/#msg603)

Nach dem Ansetzen der Würze in zweiten Gäreimer umfüllen und Hefe zuführen
Nach zwei Tagen mittels Umfüllschlauch wieder in den ersten Gäreimer umfüllen, den letzten Liter aber durch einen Filter laufen lassen.
Am Tag des Abfüllens das selbe nochmal, also die Hauptmenge mit dem Umfüllschlauch in den anderen Eimer füllen und den letzten Liter durch einen Filter laufen lassen um den Bodensatz zurück zu halten.

Dann erst mit Füllröhrchen in die Flaschen füllen, nachwürzen und verkorken. Du musst also dafür sorgen, daß Du beim letzten Umfüllen in den Gäreimer mit Zapfhahn umfüllst, weil Du den Zapfhahn für das Abfüllröhrchen benötigst.

(Ich bin kein Mitarbeiter von brauen.de und bekomme von denen auch keine Provision. Aber ich verweise trotzdem gerne auf das Sortiment, weil ich mit brauen.de bisher nur beste Erfahrungen habe. Und in diesem Sortiment findest Du auch Gäreimer mit Zapfhahn und Abfüllröhrchen.)


Auf diese Art hast Du die Schwebstoffe und Ablagerungen weitestgehend heraus gefiltert und das, was sich dann im Verlauf der Nachgärung und Reife noch am Flaschenboden absetzt, ist minimal.

Besser wirst Du es kaum hin bekommen. Industrielle Filterung überschreitet die Möglichkeiten eines Hausbrauers sicher.

Ich arbeite gerade an einem Konzept eines geschlossenen Umfüll- und Filtersystemes. Dieses soll nach meiner Vorstellung erlauben, das komplette Jungbier, während der beiden Umfüllvorgänge zu filtern ohne es der Luft auszusetzen und auch während des Abfüllens einen geschlossenen Filter vorzuschalten.
Wenn das Konzept steht und ich es ausprobiert habe sowie das Resultat mich überzeugt, werde ich die Baupläne dafür gerne hier publizieren Smiley
« Letzte Änderung: August 10, 2011, 10:13:25 von TrashHunter » Gespeichert

Biertrinker aus Leidenschaft. Wird Zeit, es selbst zu machen um neue Horizonte zu erreichen.
Meine andere "Genuß-Leidenschaft" ist Whiskey.
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« Antworten #2 am: August 11, 2011, 04:49:28 »

Hallo,

wenn du dein Bier extra Filtern möchtest kannst du das natürlich tun. Dafür würde ich dir Empfehlen ein Leinentuch zu verwenden. Gekauftes Bier ist maschinell gefiltert und ganz so wirst du es wohl nicht hin bekommen aber annähernd vielleicht.
Ich wünsche dir viel Glück.

Liebe Grüße
Doreen
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MeDdf
Brau-Anfänger
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« Antworten #3 am: Mrz 09, 2012, 07:25:19 »

In Brauereien findet eine Cross-Flow-Filtration statt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Cross-Flow-Filtration

Zuhause wird man ähnliche Ergebnisse nach meinen Erkenntnissen nicht erzielen können...

Schönen Gruß
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Zwickel
Brau-Anfänger
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« Antworten #4 am: Mrz 09, 2012, 09:01:08 »

Moin, moin,

ist schon ein bisschen alt, der Beitrag, aber ich will auch hier meinen Senf dazu geben.

Alle Versuche, Bier mittels Tüchern oder sonstwelchen Stoffen zu filtern, werden nicht funktionieren.

Einziger Weg ein klares Bier zu bekommen ist die Filtration mit einem Absolut-Filter der Grössenordnung <0,5µm.

Nachdem die Nachgärung vollständig abgeschlossen ist und das Bier etwa 14 Tage lang sedimentiert hat, kann man mit dem Filtern beginnen. Dies geschieht unter Gegendruck und mit Hilfe einer Pumpe.

Gegendruck ist notwendig damit das Bier während der Filtration kein CO2 verliert und die Pumpe muss das Bier durch den Filter drücken. Bei dieser Prozedur muss das gesamte Filtersystem vorher mit CO2 geflutet werden, damit das Bier keinen Kontakt mit Sauerstoff bekommt und somit nicht oxydieren kann.

Wenn man grössere Mengen Bier filtern und ein kloggen (verstopfen) vermeiden möchte, empfiehlt sich ein dreistufigen Filter zu verwenden, etw 5µm, 2µm, 0,2µm.

So werden stufenweise erst die grösseren und am Schluss die ganz kleinen Partikel zurück gehalten.

Gruß
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