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Bierforum, Heimbrauen für Anfänger und Fortgeschrittene
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Autor Thema: Biertrinker aus Leidenschaft, der TrashHunter  (Gelesen 2039 mal)
TrashHunter
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« am: Juli 18, 2011, 11:59:59 »

Moin, moin,

als ich 20 Jahre zählte, sagte mein Hausarzt, ein damals schon steinalter Rumäne zu mir "Trink jeden Tag einen Liter Bier und Dir wird es immer gut gehen...."

Naja, immer gut gegangen ist es mir nicht. Aber da ich dem Gerstensaft schon seit je her sehr zugetan war, habe ich mir das zu Herzen genommen und das Biertrinken - NICHT DAS SAUFEN - zur Passion gemacht.

Ich hatte immer vor, mal aus sämtlichen Brauereien Deutschlands von jeder dort gebrauten Sorte wenigstens Einmal eine Halbe zu probieren..... ich glaub DAS werde ich wohl kaum schaffen. Nach offiziellen Angaben sind es zur Zeit alleine 1.4xx gewerbliche Brauereien in Deutschland und die meisten haben zwischen 4 und 7 Sorten im Regelsortiment. (Mischbiere wie Radler und so´n Zeugs nicht eingeschlossen)

Irgendwann vor nem Jahr oder so, weckte dann eine Internetseite mein Interesse. Dort wurde beschrieben, wie einfach es doch ist, selber Bier zu brauen.... mich hatte es erwischt.

Und ja, aufgrund der wirtschaftlichen Situation und der beruflichen Entwicklung hat es halt bis heute gedauert, bis ich dann endlich die benötigten Utensilien bestellen und mit dem Brauen anfangen konnte.
Seit gestern 17.07.2011 gären 23 Liter Muntons Premium Pilsener im Eimer und ich sterbe unzählige Tode vor Angst, ich könnt´s vermasselt haben  Augen rollen

Eines weiß ich ganz genau. Selbst wenn diese ersten 23 Liter Pils nicht so wirklich gelingen und ich es mit Nasenklammer und verbundenen Augen trinken muss... weiter machen werde ich auf jeden Fall. Zunächst noch mit Bierkits (gibt ja unzählige Sorten) und später dann mir vorgefertigter Maische, also selber Bierwürze kochen und dann irgendwann kommt dann auch das volle Programm von der Gerste bis in die Flasche.

So, das war´s eigentlich was der olle Metal-Kopp bis hier hin zu erzählen hat. Ich werde auf jeden Fall berichten, ob mein erster Sud zu Bier wurde oder in den Abfluss ging.... naja, einige ängstliche Fragen im Hinterkopf wurden durch Beiträge in diesem Forum schon beantwortet und ausgeschaltet. Es sieht wohl nicht so schlecht aus wie der überbesorgte Erstbrauer fürchtet  Zwinkernd
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« Antworten #1 am: Juli 19, 2011, 09:28:35 »

Tag 2 / 38 Stunden nach dem Ansatz:


  • Das Thermometer am Gäreimer zeigt konstant 22°C bei einer Umgebungstemperatur von 19°C
    Das im Sud schwimmende Hydrometer ist auf 1025 abgesunken. Da das Hydrometer auf 20°C geeicht ist, dürfte der tatsächliche Wert noch Etwas höher liegen.
    Durch das Gärröhrchen kommt kaum noch Etwas.
    Der Sud im Eimer ist sehr trüb.
    Auf der Oberfläche ist kein Schaum mehr zu sehen.
    DAS beunruhigt mich ein Wenig, weil überall von der Bildung einer festen Schaumdecke die Rede ist.
    Es riecht tatsächlich schon nach Bier, aber sehr säuerlich so wie gärendes Obst.
    Das Warten und Bangen zerrt an den Nerven. Augen rollen
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« Antworten #2 am: Juli 21, 2011, 01:11:50 »

Tag 4.
Meine Sorgen bezüglich der fehlenden Schaumdecke auf dem Sud hat Doreen inzwischen zerschlagen. Nach ihren Worten ist augenscheinlich Alles in Ordnung.

Natürlich trau ich mich nicht, den Deckel zu öffnen um mal rein zu sehen. Der Deckel soll ja verhindern, daß Bakterien aus der Luft mit dem Sud in Berührung kommen. Und deshalb kann ich nur ahnen, daß sich im Eimer Bier entwickelt.
Ein Indiz dafür ist die deutliche Aufhellung des Sudes in den oberen 4 bis 5 Zentimetern, welche sich durch die Wand des Eimers erkennen läßt. Es scheint sich also tatsächlich von oben beginnend nach unten hin aufzuklären.....

...vor dem nächsten Ansatz werde ich den Eimer modifizieren und ein Kontrollröhrchen in die Seitenwand einlassen um sehen zu können, was im Sud passiert.

Also, weiterhin in Geduld fassen und abwarten sind die gültigen Direktiven.
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« Antworten #3 am: Juli 22, 2011, 05:38:15 »



Im Gegenlicht am Zapfhahn lässt es sich dann doch ganz gut erkennen.
Unten im Rohrstück eine dünne Ablagerung, darüber goldfarbene Flüssigkeit... JUNGBIER Smiley

Inzwischen bin ich zuversichtlich.
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« Antworten #4 am: Juli 24, 2011, 03:25:38 »

So, ich hab da mal ne Frage, hihi
Hab ja sonst gar keine Fragen Zwinkernd

Als ich angesetzt habe, hatte ich eine Stammwürze von 1040 (10% Vol)
Heute, am Tag der Abfüllung messe ich 1004 (1% Vol)

Nach der vorliegenden Formel (10 -1) / 2 = 4.5% habe ich also genau die 4.5% Vol getroffen die für ein Pils normal sind.

Hab ich das so richtig gepeilt ?

Riechen tut´s furchtbar gut, auf der Oberfläche schwimmen noch ein paar kleine Schauminseln und es hat eine leicht getrübte Goldfärbung.

Für mich sieht´s so aus, als hätte ich ein schönes naturtrübes Pilsken gebastelt Lächelnd

Also los, Flaschen sauber machen, Trockenmalz vorbereiten und dann ab in die Flaschen.
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« Antworten #5 am: Juli 24, 2011, 11:52:52 »

Lehren aus dem ersten Ansatz:

Sorge dafür, daß Deine Jüngste Dich nicht zuquasselt, während Du das kalte Wasser in den Ansatz schüttest.
Ich habe 39 Flaschen voll bekommen, entspricht 19,5 Litern....
Ich hab also gut 3,5 Liter zu wenig angesetzt.
Wird dem Bier aber wohl nicht schaden, ist halt ein Wenig dicker.

Beim Befüllen der Flaschen mit dem Füllröhrchen soviel in die Flasche füllen, daß der Pegel 2cm unter dem Flaschenende ankommt. Ziehst Du die Flasche dann weg, verringert sich der Inhalt um das Volumen des Füllröhrchens und passt dann wunderbar um Nachzuwürzen ohne daß Etwas überläuft.

Unterm Strich ist das Befüllen ohne große Kleckerei von statten gegangen und das mit der Schaumbildung hatte ich ruckzuck im Griff. Lediglich zwei Mal ist es ein Wenig übergelaufen weil der Verkorker nicht richtig gegriffen hat und der Kronkorken nicht auf Anhieb saß.

Und jetzt beginnt halt das Warten.... laut Anleitung von Muntons ist das Bier nach 2 Wochen einigermaßen reif. Ich werde also in zwei Wochen EINE Flasche öffnen und mir zu Gemüte führen um schon mal anzukosten, was ich da gebraut habe.

Das nächste Projekt wird dann "Schwarzbier" heißen Smiley

« Letzte Änderung: Juli 24, 2011, 11:59:55 von TrashHunter » Gespeichert

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« Antworten #6 am: Juli 31, 2011, 06:15:29 »

Das Brauen erfordert Geduld. Sehr viel Geduld, wenn der erste übehaupt jemals gemachte Ansatz in den Flaschen ist und die neu bestellten Bierkits noch nicht da sind...
... ich bin nicht wirklich geduldig.
Und die Neugierde gesellte sich zu meiner Ungeduld und dann stand sie im Raum die Frage...

Wie entwickelt sich das Bier ? Warte ich jetzt Wochen um dann fest zu stellen, daß ich es vermurkst habe ?
Prinzipiell genießbar war das Jungbier ja schon an dem Tag vor einer Woche, als ich es in die Flaschen gefüllt habe. Warum also nicht das Experiment wagen und einfach mal eine Flasche des einwöchigen Bieres verkosten ?

Gesagt, getan. Eine Flasche ausgewählt, die im Gegenlicht kaum noch Trübung aufweist, meinen schönsten Bierpokal (vom Hachenburger Urtrüb) ausgespült und die Flasche geköpft.

Genial... das Bier fließt in den Pokal und baut obwohl es noch so jung ist, eine hübsche Schaumkrone auf, welche sich sogar eine ganze Weile hält.
Das Bier passt von der Farbe und leichten Trübung her zum Aufdruck auf dem Glaspokal... Naturtrüb ist es.
Es riecht noch ein wenig streng, leicht säuerlich.
Und es schmeckt wie ein echtes Pils schmecken muss, herb und voll mit leichter Bitterkeit hinten auf der Zunge. Ich fühle mich an ein gewisses friesisch Herbes erinnert.

Einfach nur cool. Wenn diese Einwochen-Flasche schon so lecker und optisch appetitlich ankommt, dann freue ich mich auf die übrigen 37 Flaschen .... und nächsten Sonntag wird natürlich die Zweiwochen-Flasche verkostet  Grinsend

Es scheint tatsächlich so, als könne man beim Bierkit-Brauen nicht wirklich Etwas kaputt machen oder vermurksen wenn man die Grundregel der absoluten Sauberkeit einhält.

Auch ich habe hier im Forum und per Mail bezüglich dieses, meines ersten Ansatzes einige beunruhigte Fragen gestellt und wurde mehrfach beruhigt... augenscheinlich zu Recht.

Deshalb vom Anfänger an alle anderen besorgten Anfänger.
Habt Mut und Zuversicht. Es wird werden.
Prost
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« Antworten #7 am: August 02, 2011, 11:09:09 »

Hab mal ein Foto vom ersten Pils gemacht...

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« Antworten #8 am: August 07, 2011, 01:37:36 »

Mein Pils ist meines Erachtens sehr gut geworden. Es kommt spritzig, ist herb wie von einem Pils erwartet und hat einen angenehmen Abgang.
Um das beurteilen zu können, habe ich meinen Schwiegersohn und eine Bekannte damit verköstigt und diese haben - unter Berücksichtigung, daß das Pils erst vor zwei Wochen in die Flaschen abgefüllt wurde - mein Urteil bestätigt.

Was mich ein Wenig stört, ist die doch erhebliche Ablagerung am Flaschenboden. Augenscheinlich ist doch arg viel der abgesetzten Gärreste beim Umfüllen mit in die Flaschen gekommen. Das mag unter anderem auch daran liegen, daß sich ja durch Ablenkung ein Messfehler eingeschlichen hatte und es statt der gewünschten 23 nur 19,5 Liter waren.

Nun, bei einem Pils kann ich mit der Naturtrübung durchaus umgehen. Ich trinke zum Beispiel das Hachenburger Urtrüb aus dem Westerwald sehr gerne.

Für das heute angesetzte Irish Stout wünsche ich mir aber weniger Schwebstoffe und Trübung in der Flasche und dementsprechend werde ich eine Kombination aus der brauen.de-Anleitung und der mit dem Bierkit gelieferten Anleitung fahren.
1. Bierkit wie angegeben mit heißem Wasser ansetzen
2. 500g Kristallzucker
3. 500g Braunen Rohrzucker. Ein ebenfalls brauender Bekannter empfahl dies, weil das Bier dadurch einen volleren Geschmack bekommen soll.
4. Abwarten bis Temperatur auf 21°C gefallen ist
5. In abgekochtem, lauwarmen Wasser angesetzte Hefe zuführen.
6. Umfüllen in zweiten Gäreimer laut Anleitung-brauend.de
7. Laut Anleitung des Bierkits den Sud nach Abschluss der Hauptgärung, also nach ca. 2 Tagen in den inzwischen gereinigten anderen Gäreimer umfüllen und weitere 5 Tage stehen lassen. Beim Umfüllen den Bodensatz nicht mitführen.
8. Wenn die Dichte laut Messung auf min 1008° gefallen ist, Jungbier erneut in den anderen Gäreimer umfüllen und dabei wiederum darauf achten, daß der Bodensatz nicht mit kommt.
9. Dann erst in Flaschen abfüllen, nachwürzen und verkorken.

Auf diese Art erhoffe ich die Ablagerungen in den Flaschen auf nahe Null zu reduzieren um eine klare, satte Farbe des Bieres ohne Trübung zu erhalten.

Mal sehen, wie es wird. Ich werde weiter berichten.
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« Antworten #9 am: August 08, 2011, 11:06:36 »

Ich lese immer wieder von heftigem Blubbern und Bläschen im Gärröhrchen. Fakt ist, ich habe diesen Effekt noch nicht beobachten können. Der Deckel des Gäreimers ist nach oben gewölbt und der Wasserstand in der Eingangskammer des Gärröhrchens fast komplett nach unten gedrückt, dementsprechend in der Ausgangskammer sehr hoch, aber es blubbert nicht. Ich vermute, daß die simple Konstruktion nicht 100% dicht ist und überschüssige Kohlensäure zwischen Dichtgummi und Gärröhrchen entweicht. Der in der Luft liegende, typische Gärgeruch läßt darauf schließen.
Also mache ich mich nicht wieder verrückt  Grinsend

Ich habe, wie in einer im Netz gefundenen Brauanleitung beschrieben, nach dem Zufügen der Hefe in den Sud, den Meßzylinder damit befüllt und den Hydrometer da rein gesetzt. So kann ich jederzeit die Dichte des Jungbieres überprüfen ohne den Deckel des Gäreimers öffnen zu müßen. Ab und an fülle ich das Meßgut vom Meßzylinder in ein Glas und wieder zurück um überschüssige Kohlensäure zu entfernen, weil die feinen Gasbläschen die Spindel nach oben treiben und somit das Meßergebnis verfälschen.

Der Vorteil liegt tatsächlich darin, daß ich im Meßzylinder sehen kann, was sich auch im Gäreimer tut ohne den Deckel des Eimers entfernen zu müssen, weil ja beide Behälter Sud aus der selben Produktion enthalten und sich innerhalb der selben Umgebungsbedingungen befinden. Das Bier im Gäreimer hat somit größtmögliche Ruhe und kann gemütlich vor sich hin gären.

Aktuell (rund 20 Stunden nach dem Einbringen der Hefe in den Sud) liegt die Dichte bei 1020°



Im Bild schön zu sehen, die fette, von der fleißigen Hefe gebauten, Schaumkrone. Gestern Abend, als die Hefe richtig loslegte, wuchs binnen 2 Stunden eine stabile Schaumkrone, welche sich vier Zentimeter über den Rand des Zylinders erhob und - so fest und dicht war sie - die Form des Zylinders beibehielt.
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« Antworten #10 am: August 09, 2011, 03:43:08 »

Tag 2.
Wie in der Muntons-Anleitung beschrieben, hab ich das Stout heute in den anderen Gäreimer umgefüllt. Die ersten 22 Liter mittels des Umfüllers, den restlichen Liter durch den Ablasshahn und einen Filter laufen gelassen. War schon eine Menge an Sediment aus toter Hefe und anderem Schlampes, welcher zurück gehalten wurde.

Die Dichte (im Meßzylinder und auch Eimer nach dem Umfüllen) liegt jetzt bei 1012°

Der Sud riecht gut nach Stout, gänzlich anders als das Pils in diesem Stadium. Der Unterschied im Geruch ist erheblich und dennoch, es riecht einwandfrei nach BIER  Grinsend

Also Deckel wieder auf den Eimer und Gärröhrchen rein. Jetzt heißt es warten und täglich messen (weiterhin im Meßzylinder)
Spätestens wenn wir bei 1008° angekommen sind, wird nochmals umgefüllt um die Sedimente abzuscheiden und dann in Flaschen abgefüllt und nachgewürzt.
Ich bin gespannt, ob die von mir erstellte Korrektur bezüglich des Nachwürzens in der Praxis funktioniert; d.h. ob die Schaumentwicklung überhaupt ein sauberes Verkorken ermöglicht. Entsprechend der Angaben des Herstellers dürfte dies eigentlich kein Problem sein.

Ich werde weiter berichten weil ich denke, daß dies hier ein Forum für Heimbrauer ist und Jeder von des Anderen Erfahrungen nur profitieren kann. Vorausgesetzt, Alle machen mit. Und dafür will ich gerne den Pionier machen Zwinkernd
« Letzte Änderung: August 09, 2011, 05:17:27 von TrashHunter » Gespeichert

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« Antworten #11 am: August 10, 2011, 10:08:40 »

Hallo,

vielen Dank für Deine Berichte, die sind immer interessant zu lesen!

Kannst Du mal beschreiben, wie Du genau den Umfüller nutzt, ohne viel Sauerstoff ins Bier zu blasen?!!
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« Antworten #12 am: August 10, 2011, 11:08:54 »

Der Umfüller, ok ich versuchs zu beschreiben.

Das mit dem Pumpenbalg ist nicht so das Wahre weil wie Du schon gesagt hast, Luft / Sauerstoff erstmal aus dem Balg raus und ins Bier gepresst wird.
Ich gehe hin und fülle den Auslaufschlauch mit Wasser und zwar so weit, daß es im Schlauch bis kurz unter dem Balg steht.
Dann tauche ich das offene Ende (in dem kein Wasser ist) ins Bier und halte das andere Ende erst mal über einen Eimer.
Wenn ich dann den Hahn am unteren Ende des Schlauches öffne, läuft das Wasser heraus und dadurch entsteht ein Unterdruck im Schlauch, welcher das Bier im höher stehenden Eimer ansaugt.
Sobald das Wasser in den Eimer gelaufen ist, ziele ich in den Gäreimer in den das Bier rein soll und das Bier fließt von Gäreimer 1 in Gäreimer 2.

Wichtig bei dem ganzen Prozedere ist, daß

1.) Der Auslaufschlauch bis kurz unterhalb des Balges mit Wasser gefüllt ist um genügend Saugkraft zu entwickeln. Durch die Luft oberhalb des Wassers entsteht quasi eine Trennschicht, welche es dem Wasser erlaubt abzulaufen, ehe es vom Bier eingeholt wird. Ist zuviel Wasser im Umfüller, reicht die Zeit nicht um das Wasser ablaufen zu lassen, ehe es vom Bier eingeholt wird und es kommt zur Vermischung, welche wir ja vermeiden wollen.

2.) In dem Ansaugrohr, welches in das Bier getaucht wird, kein Wasser ist, da es sich mit dem Bier vermischen würde.

3.) Der Umfüller vor dem Benutzen natürlich in Desinfektionslösung gebadet wurde. Dazu fülle ich soviel Wasser in einen Behälter, daß ich den Umfüller komplett bedecken kann und pumpe dann mehrmals wobei beide offene Enden unter Wasser sind. Danach lasse ich das Ganze 5 Minuten ruhen, und spüle mit der selben Methode in klarem Wasser aus.

Aufgrund der Lamellenstruktur des Pumpenbalges ist eine sehr große Fläche im Balg vorhanden, in welcher es wunderbar keimen kann. Deshalb ist der Umfüller ein betreff der Hygiene sehr kritisches Gerät und er sollte grundsätzlich VOR UND NACH jeder Benutzung gründlich gespült werden.
Nach der Benutzung in lauwarmen Wasser und vor der Benutzung wie beschrieben erst in Desinfektionslösung (ChemiPro im brauen.de-Shop erhältlich.)
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« Antworten #13 am: August 10, 2011, 11:24:48 »

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« Antworten #14 am: August 12, 2011, 10:40:04 »

Zwei Tage nachdem ich das Stout vorsichtig in den anderen Gäreimer umgefüllt habe, sieht die Sache schon sehr gut aus.
Nach dem Umfüllen kam nochmal richtig Aktion in den Eimer. Die Hefe scheint durch die Bewegung des Bieres und die damit wohl verbundene Anreicherung mit Sauerstoff eine Frischzellenkur erfahren zu haben. Sie hat noch mal richtig aufgedreht und bis gestern Abend stand eine dichte Schaumdecke auf dem Bier. Es machte den Eindruck, als sei quasi eine zweite Hauptgärung in Gang gekommen.
Inzwischen ist die Kräuse nahezu verschwunden, die Aktivität ist beträchtlich zurück gegangen, aber noch deutlich zusehen. Es steigen permanent Gasbläschen auf.
Der Geruch ist intensiver geworden und hat sich vom typischen Gärgeruch bei welchem das Ethanol dominiert in einen satten Biergeruch, welcher schon typisch Stout ist, gewandelt.
Die Stammwürze liegt im Meßzylinder und Gäreimer bei 1012°. 1008° sind angestrebt und die dürften bis Samstag, spätestens Sonntag wohl auch erreicht werden.

Ich bin gespannt, ob das durchgeführte Umfüllen am 2.Tag und das noch kommende Umfüllen am Tag des Abfüllens, den angestrebten Effekt, ein klares sattes schwarzes Bier mit minimaler Trübung, tatsächlich erfüllen. Logisch wäre es.  Grinsend
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